Neuigkeiten  / Aktuelles

 

 

Sportakrobatik

01.04.20

TSV Friedberg: Der große Traum von der WM ist geplatzt

Emilie Brauchle (links), Lucia Gaag (rechts) und Laura Kirschner (oben) wollen nach der WM-Absage in diesem Jahr auch 2021 zur Weltmeisterschaft.
Bild: Felix Kuntoro

Die Sportakrobatik-WM in der Schweiz wird wegen der Corona-Pandemie in das Jahr 2021 verschoben. Das hat für Friedberger tief greifende Auswirkungen.

Die Fußball-Europameisterschaft wurde verschoben, auch die Olympischen Spiele in Tokio und nun auch die Weltmeisterschaften in der Sportakrobatik. All diese Sportereignisse finden nicht wie geplant 2020 statt, sondern sollen erst im Jahr 2021 über die Bühne gehen.

Ein Friedberger Duo und ein Trio sind betroffen

Von der Verschiebung der Titelkämpfe in der Sportakrobatik, die vom 16. bis 27. Mai in Genf in der Schweiz hätten stattfinden sollen, sind auch vier Sportlerinnen des TSV Friedberg und eine des SAV Augsburg-Hochzoll betroffen. Jana Semenchenko und Lilly Maresch (Hochzoll) hatten sich als Damen-Paar in der Kategorie „Age group 11-16“ für diesen Saisonhöhepunkt qualifiziert, Emilie Brauchle, Lucia Gaag und Laura Kirschner als Trio in der Kategorie „Age group 12-18“ – doch das ist nun hinfällig.

Tief enttäuscht ist Sandra Maresch. Die Mutter der elfjährigen Lilly hatte eine Absage bzw. eine Verschiebung der Titelkämpfe befürchtet. „Es war eigentlich klar, dass der Termin im Mai wegen Corona nicht zu halten sein würde. Aber ich hatte gehofft, dass die Wettkämpfe vielleicht auf den Herbst 2020 verschoben werden könnten“, so Sandra Maresch, die im Übrigen auch die Heimtrainerin des Duos Semenchenko/Maresch ist.

Erneute Qualifikation wird für den TSV Friedberg nötig

Die Hoffnung auf eine Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr 2020 hatte für Sandra Maresch und ihre Schützlinge auch ganz handfeste Gründe. „Wären die Weltmeisterschaften noch in diesem Jahr über die Bühne gegangen, hätte man es bei den aktuellen WM-Nominierungen belassen können“, meinte sie. Nun, da die Titelkämpfe erst 2021 stattfinden werden, wird es eine neue Qualifikation geben.

Doch was die beiden ambitionierten Turnerinnen, die 2019 auch zu den „Sportlerinnen des Jahres“ der Friedberger Allgemeinen gewählt worden waren, wohl härter trifft, ist eine Änderung in den Wettkampfregularien der FIG (Fédération Internationale de Gymnastique). „Die international jüngste Klasse, die Age Group 11-16, in der die beiden Mädchen turnen, wird 2021 von der FIG abgeschafft“, erzählt Sandra Maresch.

Obwohl Lilly und Jana mit ihren elf und dann 15 Jahren „alterstechnisch“ auch 2021 noch in der Klasse der Elf- bis 16-Jährigen turnen dürften und dies national auch können, müssten sie international eine Kategorie aufsteigen – in die Gruppe der Zwölf- bis 18-Jährigen.

Übungen müssen komplett umgestellt werden

„Und das wäre dann eine ganz andere Hausnummer“, erklärte Sandra Maresch. Nicht nur, dass die Konkurrenz für die beiden größer wäre, nein, sie müssten auch noch ihre Übungen komplett umstellen. „Es werden schwierigere Elemente verlangt und außerdem werden die Übungen in der Age group 12-18 auch länger. Eine Balance-Übung dauert dann 2:30 Minuten statt zwei Minuten“, erläuterte die Trainerin. Zudem könne man nicht nur ein Element an eine bestehende Übung „anstückeln“, sondern müsse eine komplett neue Übung einstudieren. „Bislang besteht eine solche Balance-Übung aus vier Pflicht- und zwei Wahl-Elementen, in der höheren Altersklasse sind es nur mehr Wahl-Elemente, bei der Tempo-Übung bleiben nur zwei Elemente gleich und vier neue kommen hinzu“, so Sandra Maresch.

"Aufgeben werde ich sicher nicht!"

Für ihre Tochter und Jana Semenchenko sei mit der Absage ein Lebenstraum geplatzt, auf den man vier Jahre hingearbeitet habe. „Ich bin schon sehr traurig, aber ich will auf jeden Fall weiter trainieren und neue Dinge lernen – aufgeben werde ich sicher nicht“, sagte Lilly Maresch entschlossen.

Für ihre Mutter Sandra kommt wegen der Verlegung ins nächste Jahr noch ein weiterer, bitterer Wermutstropfen hinzu. „Die Turnerinnen in der Kategorie der Zwölf- bis 18-Jährigen werden bei solchen Titelkämpfen vom Bundestrainer bzw. einem der Co-Bundestrainer betreut, ich als Heimtrainerin bin dann komplett außen vor. Ich darf als Privatperson zur WM fahren und zuschauen, hätte an den Wettkampftagen aber keinerlei Kontaktmöglichkeit zu den Mädchen und dürfte nicht in den Wettkampfbereich – somit ist auch für mich ein großer Traum geplatzt“, meinte Sandra Maresch mit etwas Resignation in der Stimme.

Sie trugen in Portugal stolz den Bundesadler und können nun heuer nicht zur WM in die Schweiz: Jana Semenchenko (links) und Lilly Maresch.
Bild: Sandra Maresch

Die Mädchen des TSV Friedberg sind tieftraurig

Svetlana Kraus, die Mutter von Jana Semenchenko, war ebenso wie ihre Tochter tief enttäuscht von der Absage – wobei sie eigentlich damit gerechnet hatte. „Es ist sehr schade für die Mädchen und Jana ist auch tief traurig, aber diese Entscheidung war zu erwarten“, meinte sie. Jana jedenfalls möchte ebenso wie ihre Partnerin Lilly alles daran setzen, ihren Lebenstraum im kommenden Jahr zu verwirklichen.

Auch für das Trio Emilie Brauchle, Lucia Gaag und Laura Kirschner ist der Traum vom Start bei der Weltmeisterschaft vorerst ausgeträumt. Doch diese drei, die bereits 2018 bei der Europameisterschaft am Start waren, wären auch im kommenden Jahr noch in der Age group 12-18 und könnten so ihre Übungen beibehalten – dürften aber selbstverständlich neue Schwierigkeiten einbauen, wie Sandra Maresch erklärte. „Die drei hatten heuer schon die Möglichkeit, in zwei verschiedenen Altersstufen zu starten und die ist auch nächstes Jahr noch gegeben – aber die drei sind natürlich sehr traurig“, meinte Bianca Kirschner. „Wir haben aber mit der Absage gerechnet. Sie trifft uns natürlich mitten in der intensiven Vorbereitungsphase“, so die Mutter von Laura weiter.

Starke Konkurrenz aus Sachsen droht

Ein Problem könnte im kommenden Jahr die Qualifikation darstellen, denn gerade aus Sachsen würden starke Formationen in den Altersklassen 12-18 und 13-19 – den beiden, in denen das Trio starten dürfte – nachrücken.

Und noch eines könnte erschwerend hinzukommen: „Emilie macht im nächsten Jahr ihr Abitur und wir hoffen, dass die WM nicht gerade in die Prüfungsphase fällt“, meinte Bianca Kirschner. Familie Kirschner muss zudem auch noch eine finanziellen Schaden verkraften. „Wir hatten für einen Wettbewerb in Belgien schon eine Ferienwohnung angemietet. Der Wettkampf fällt nun aus und wir bleiben auf unseren Kosten sitzen“, erzählte Bianca Kirschner.

 

 

 
 

23.03.20

Ein Quintett freut sich auf die WM Sportakrobatik

Jana Semenchenko und Lilly Maresch sowie das Trio Emelie Brauchle, Lucia Gaag und Laura Kirschner haben sich für den Saison-Höhepunkt Ende Mai in der Schweiz qualifiziert  

VON WLAD LJUBIMOV UND PETER KLEIST

Friedberg Noch sind sie nicht abgesagt – die Weltmeisterschaften in der Sportakrobatik, die im Mai in Genf in der Schweiz stattfinden sollen. Für vier Turnerinnen des TSV Friedberg und eine vom SAV Augsburg-Hochzoll sollen diese Titelkämpfe der Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere werden. Die jungen Turnerinnen mussten eine anstrengende Qualifikation durchlaufen, um sich die Tickets für die WM zu sichern. Der Deutsche Sportakrobatik Verband (DSAB) entschied innerhalb des Präsidiums zusammen mit dem Bundestrainer Igor Blintsov über die Aufstellung des Nationalkaders. Dabei gibt es keinen offiziellen Qualifikationswettkampf, sondern es werden Leistungen, die von den Formationen über einen bestimmen Zeitraum erbracht werden, vom Bundestrainer gesichtet. Zudem werden die Sportler zu Kaderlehrgängen eingeladen oder der Bundestrainer kommt zum Verein und arbeitet mit den Sportlern und Trainern. Weiterhin werden gewisse Wettkämpfe vorgegeben, bei denen die Teilnahme erforderlich ist. Das soll eben einen direkten Vergleich zwischen den in Frage kommenden Formationen ge währen. Daraus schließlich erfolgt die Entscheidung über die Nominierung durch den Bundestrainer sowie den Präsidenten für Leistungssport, Bernd Hegele. Jana Semenchenko (TSV Friedberg) und Lilly Maresch (vom SAV Augsburg-Hochzoll) haben die Qualifikation ebenso geschafft, wie die Damengruppe bestehend aus Lucia Gaag, Emelie Brauchle und Laura Kirschner. Semenchenko/ Maresch trainieren seit vier Jahren gemeinsam als Damenpaar. Schon 2018 hatten sie auf nationaler Ebene mit dem Gewinn ihres ersten deutschen Meistertitels für Aufmerksamkeit gesorgt. Ende 2018 kam der Gewinn eines ersten internationalen Turniers hinzu und die Berufung in den Bundeskader 2019. Weitere internationale Turniersiege und Treppchenplätze folgten, zudem wurden sie 2019 mehrfache deutsche Meisterinnen in ihrer Altersklasse der Schüler (acht bis 14 Jahre) und kamen in der Jugendklasse ebenfalls aufs Podest. Bei mehreren Kaderlehrgängen konnte sie der Bundestrainer ganz gut kennenlernen. Der Sieg beim Zwinger-Acro-Cup in Dresden war ein weiterer Baustein in Sachen WM-Auswahl. Der entscheidende Kaderlehrgang folgte Anfang Februar. Dort präsentierten sich die beiden Mädchen noch einmal in ihrer besten Form. Da feststand, dass nur ein Damenpaar Deutschland in der Altersklasse Age Group 11-16 vertreten würde, lastete doch großer Druck auf Jana und Lilly. Den beiden wurde schließlich das Vertrauen geschenkt und sie wurden in die Nationalmannschaft nominiert. Trainiert werden die beiden von Sandra Maresch (Trainerin SAV AugsburgHochzoll und gleichzeitig von zwei bayerischen Landestrainerinnen). Sie betreut das Damenpaar schon von Beginn an – wenn auch nicht immer mit der gleichen Intensität wie in den letzten eineinhalb Jahren nach dem Weggang ihrer Erfolgstrainerin Nina Wente. Die Damengruppe bestehend aus Lucia Gaag, Emelie Brauchle und Laura Kirschner wurde nach der Teilnahme an der Europameisterschaft 2019 erneut für die Nationalmannschaft nominiert – diesmal in der nächsthöheren Altersklasse der Zwölf- bis 18-Jährigen. Die drei Mädchen trainieren seit etwa sechs Jahren zusammen und sammelten bereits mehrere Titel auf Landesund Bundesebene ein. Das Trio steht seit längerer Zeit unter der Beobachtung des Bundestrainers und absolvierte schon einige Kaderlehrgänge. Bis vor einem Jahr trainierte das Trio unter der langjährigen TSV-Trainerin Nina Wente. Seit genau einem Jahr engagiert sich Wlad Ljubimov ehrenamtlich als Haupttrainer der Leistungsgruppe. Die erneute Teilnahme an einer internationalen Meisterschaft in diesem Jahr war keineswegs sicher, die drei mussten sich in einer höheren Altersklasse qualifizieren. Lucia, Emelie und Laura zeigten auch im Rahmen des Dresdner ZwingerAcro-Cups, welche Entwicklung sie genommen haben und dass sie bereits eineinhalb Monate nach der Europameisterschaft in der Lage waren, in der nächsthöheren Altersklasse zu bestehen. Sie gewannen in der DynamikDisziplin die Goldmedaille. Ende Januar fand dann bei einem Bundeskaderlehrgang ein direkter Vergleich der insgesamt vier konkurrierenden Damengruppen statt. Und auch hier erwiesen sich die drei als „stressfest“, konnten sich behaupten und wurden schließlich für die Weltmeisterschaft nominiert. In der verbleibenden Zeit bis zur WM stehen noch einige Wettkämpfe aus, um eine gewisse Routine in die neu erlernten Elemente und Choreografien zu bekommen.

230320 Sportakro 2

 

230320 Sportakro 1


Weltmeisterschaft

Die FIG (Fédération Internationale de Gymnastique) veranstaltet 2020 zum elften Mal die Weltmeisterschaften für die sogenannten Age Groups (World Age Group Competitions) für die Altersklassen der Elf- bis 16-Jährigen, 12 -18-Jährigen und 13- bis 19-Jährigen. Veranstaltungsort ist Genf in der Schweiz. Die Wettbewerbe der Elf- bis 16-Jährigen sind vom 16. bis 21. Mai anberaumt, die Altersklassen der Zwölf- bis 18-Jährigen und 13- bis 19-Jährigen messen sich vom 21. bis 27. Mai.

 

 

06.03.20

Sportakrobatik

 Wettkampf auf internationaler Ebene

 Friedbergerinnen sind Teil der deutschen Nationalmannschaft, die beim14. Maia International Cup in Portugal groß zum Einsatz kommen

070320 Trainer Wlad Ljubimov

 Die Wettkampfsaison der Sportakrobatinnen des TSV Friedberg beginnt mit einem der größten internationalen Turnieren in Europa, dem in Portugal stattfindenden Maia International Acro Cup (kurz MIAC). Zum 14. Mal wird dieser Cup in der Kleinstadt Maia, nahe Porto ausgetragen und einmal mehr ist der Teilnahmerekord gebrochen. Unter anderem dadurch, dass der Veranstalter die Deckelung der Teilnehmerzahl zurückgenommen hat. Somit reisen Delegationen aus insgesamt 27 Ländern der Welt an und bringen mehr als 1.200 Sportler mit. Das hat zur Folge, dass der Wettkampf in zwei verschiedenen Hallen ausgetragen werden muss, da ein zeitlicher Rahmen entsprechend eingehalten werden soll.

Auch der TSV Friedberg ist bei diesem Großereignis dabei. Für die Junioren Damengruppe in der Besetzung von Alexandra Hesse, Lena Sandmeir und Lea Hackl ist ein spannender Wettkampf vorprogrammiert. Mit insgesamt 48 teilnehmenden Formationen in der Alterskategorie 12 bis 18 Jahre ist es einer der größten Startfelder in diesem Turnier. In der Vorbereitung auf den Wettkampf und während der Winterpause haben die drei jungen Mädchen an ihren Elementen gefeilt sowie neue Choreografien einstudiert. So präsentieren sie unter anderem erstmalig einen 9/4 rückwärts Salto gehockt aus dem Karree in die horizontale Lage. Und mit einer Portion Glück können die drei im Falle des Finaleintritts ihre neue, selbstchoreografierte Kombi-Übung präsentieren. Wir dürfen gespannt sein.

 Unter deutscher Flagge laufen ebenfalls Jana Semenchenko mit ihrer Partnerin aus dem benachbarten Verein SAV Augsburg-Hochzoll auf. Die beiden Nationalkadersportlerinnen messen sich im Feld von insgesamt 31 Damenpaaren der Altersklasse 11 bis 16 Jahre. Auch sie haben die Winterzeit intensiv mit Teilnahmen an nationalen sowie landesweiten Kaderlehrgängen genutzt, um eine gewisse Individualität bei der Elementenauswahl zu präsentieren. Die Choreografien blieben ebenfalls nicht unberührt und haben einen weiteren notwendigen Schliff bekommen. Somit ist auch hier die Spannung hoch, wie die Kampfrichter die neu einstudierten Nuancen bewerten werden.

 Die Delegation aus Bayern startete am Donnerstag, dem 05.03.2020 ihre Reise in München und fliegt gemeinsam mit elterlichem Fanblock in den Norden Portugal. Gleich nach der Ankunft geht es in die Wettkampfhalle zur Akkreditierung und einem letzten Training vor dem Wettkampf. Am Freitag und Samstag finden die Qualifikationswettkämpfe für beide Formationen am Vormittag statt, sodass neben der Verfolgung der laufenden Wettkämpfe und vor allem dem World Cup genügend Zeit bleiben sollte, eine Erkundungstour zu unternehmen. (Wlad Ljubimov)

 070320 Alexandra Hesse Lea Hackl Lena Sandmeir

070320 Jana Semenchenko Lilly Maresch Trainerin Sandra Maresch 2